Referentin

Prof. Dr. Heidi Schelhowe

Prof. Dr. Heidi Schelhowe,
Universität Bremen

Titel:
Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln

Abstract:
Digitale Medien zeigen als /Medien/ eine kommunikative und symboli­sche Dimension, als /Werkzeuge/ und /Maschinen/ eine unmittelbar auf Herstel­lung von Produkten und Dienstleistungen orientierte Dimension. Die klassische Formulierung einer Medienbildung, die dazu befähigen will, virtuelle Welten und Realität zu unterscheiden, macht in diesem Medium keinen Sinn mehr. Vielmehr geht es mit der untrennbaren Verschränkung von Wirklichkeiten darum, Vermittlungsprozesse zu begreifen, zu erfahren, wie die Realitäten ineinander überführt werden und  wie sie zusammenwirken. Begreifen heißt auch, das innovative Potenzial von ICT in Arbeits- und Lebenswelt zu sehen, es sich zu eigen machen, sich zu beteiligen und die Zukunft mit gestalten zu können.

Medienbildung, die dieses Verstehen fördert, kann sich heute auf Interfaces stützen, die konkret und haptisch sind, die die körperliche Erfahrung und den Umgang mit physikalischen Objekten in die Interaktion einbeziehen. Sie kann die Digitalen Medien selbst für einen handlungsorientierten und explorativen Zugang nutzen, um abstrakte Konzepte erfahrbar zu machen. In dem Beitrag soll auch an Beispielen deutlich werden, wie eine Medienbildung in diesem Sinne aussehen kann.

Kurzbiografie:
Dr. Heidi Schelhowe ist Professorin für Digitale Medien in der Bildung in der Informatik an der Universität Bremen. Sie hat in einem ersten Studium Germanistik und Katholische Theologie studiert und war als Lehrerin in Bremen tätig. Danach hat sie Informatik studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. Hochschulassistentin war sie an den Universitäten Bremen, Hamburg und der Humboldt-Universität zu Berlin. Promoviert hat sie in der Informatik zum Thema „Das Medium aus der Maschine“.
Heute entwickelt sie mit ihrer interdisziplinär zusammengesetzten Forschungsgruppe an der Universität Bremen Hardware und Software für Bildungskontexte (insbesondere für Kinder und Jugendliche), gestaltet Lernumgebungen aus pädagogisch-didaktischer Sicht und betreibt empirische Forschung/Evaluation im Bereich Bildung und Digitale Medien. Eine zentrale Fragestellung ist die nach einer mit der Informatik verbundenen Medienkompetenz in einer Digitalen Kultur. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Be-Greifbare Interaktion, Mobile Technologien, Social Software, Gender und Informatik. Heidi Schelhowe ist Mitglied im Technologiezentrum Informatik der Universität Bremen (TZI).
Siehe auch: http://www.dimeb.de

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