Referent

Dr. Boris Petkoff

Dr. Boris Petkoff,
AccordSystems® Berlin

Titel:
Management von MDK-Anfragen

Abstract:
Das deutsche Gesundheitswesen krankt an Qualitätsmängeln und Unwirtschaftlichkeiten in praktisch allen Versorgungsbereichen. Unnötige kostspielige Mehrfachuntersuchungen sind die Folge, weil Intransparenz von Kodier- und Abrechnungsprozessen keine Steuerung dieser Vorgänge ermöglicht. Die fehlende Möglichkeit zur Zusammenfassung von Patientendaten an jedem Ort und zu jeder Zeit erschwert die Wirtschaftlichkeit und die Qualitätssicherheit z.B. die Identifizierung von unerwünschten Arzneimittel¬wechselwirkungen.
Die Verfügbarkeit von allen Patientendaten im Krankenhaus ist ein wichtiges Kriterium für eine hochwertige medizinische Versorgung und ein effizientes, modernes Gesundheitswesen. Bis heute existiert jedoch keine einheitliche IT-Struktur, die dem behandelnden Arzt einen schnellen und umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand und die Arzneimittelhistorie des Patienten verschafft. Die Krankengeschichte eines Patienten ist üblicherweise bei verschiedenen Ärzten abgelegt.
Die MDK Prüfung hat sich auf Grund der Rechtssprechung verschärft und führt zu einer weiteren Verschlechterung der Erlössituation bei den Krankenhäuser. Um drohenden Insolvenzen vorzubeugen, ist ein straffes Forderungs¬management insbesondere gegenüber den Krankenkassen dringlicher den je. Die ständige Verfügbarkeit von Patientendaten ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau und der Organisation eines transparenten Forderungs¬managementes. Voraussetzung dafür ist jedoch eine einheitliche IT-Struktur, die dem behandelnden Arzt einen schnellen und umfassenden Überblick über den Gesundheits¬zustand und die Arzneimittelhistorie des Patienten verschafft.

Aus diesem Grund entstanden SOA-Projekte wie die elektronische Fallakte (eFa) die ausgerichtet sind auf eine:
•    Optimierung der Versorgungsqualität,
•    Verbesserung der Wirtschaftlichkeit,
•    Reduktion bürokratischer Aufwände für Arbeitsprozessen und Arbeitsabläufen,
•    Verbesserung der Transparenz der Behandlungen und Versorgungsabläufe für die Patienten, 
und wollen maßgeblich dazu beitragen, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden, die Verordnung ungeeigneter Arzneimittel zu reduzieren und Arbeitsabläufe zu optimieren.
Eine SOA basierte Lösung löst viele seit Jahren bekannten IT-Probleme:

  1. Die Auflösung der Komplexität der historisch gewachsenen vielschichtigen IT-Systeme durch die gleichzeitige Anpassung der Datenstrukturen und internen Abläufen an existierenden (Health Level 7 (HL7), Electronic Health Record (EHR), Clinic Document Architecture (CDA) etc.) Standards.
  2. Die Einbindung von schwachstrukturierten Wissensspeichern in den administrativen und klinischen Arbeitsprozesse, um die Versorgung der Patienten auch qualitativ durch IT unterstützen zu können (Stichwort: Wissensmanagement’).
  3. Die Veränderung und Neugestaltung der Prozesse, d.h. Business Redesign durch den Einsatz von klinische Behandlungspfade („Clinical Pathway") und daily BI-Tools („Business Intelligence“).
  4. Die medienbruchfreie Vernetzung der alten Systemlandschaften mit den mannigfaltigen Kommunikationsanforderungen (Interoperabilität) interner und externer Partner über das Internet.
  5. Die Reduzierung der Projekt- und laufenden Wartungskosten durch den Einsatz von zeitgemäßen SOA-Tools mit vorgefertigter Frameworks, wodurch sowohl die absolut entstehenden Kosten als auch die Entwicklungszeiten dramatisch gesenkt werden können.


Die vorgestellte Lösung beinhaltet wichtige Vorteile

•    Vereinfachung des Managements von MDK-Anfragen
•    Kosteneinsparung (Effizienz, Porto); weniger Reibungsverluste
•    Vermeidung von Medienbrüchen (E-Mail / Ausdrucke / Fax / Post)
•    Optimierung durch  Prozessmodellierung
•    Transparenz im Medizin-Controlling zu jeder Zeit (z.B. Fristen)
•    Auswertungs-Möglichkeiten, Benchmarking
•    Hauptkomponenten sind in SBB bereits vorhanden
•    Lösung für viele Sana Standorte anwendbar

Kurzlebenslauf:
Dr.–Ing. Boris Petkoff ist europäischer QM-Auditor, BPR-Trainer und SOA-Consultant für innovative Informations¬technologien, Knowledge Engineering & Management. Er war Ressourleiter in 80er Jahren „Computer Science and Knowledge Engineering & Management “ an der Akademie der Wissenschaften-Sofia und kam als Gastforscher der GMD Gruppe „Künstliche Intelligenz“ nach Deutschland. 1985 war er Initiator der ersten Ost-West-Konferenz „Artifitial Intelligence – Methodology, Systems, Applications“, 1999 – 2004 der KnowTech/SYSTEMS. Dr. Petkoff ist seit Mitte der 80er Jahren an verschiedenen europäischen, Bundes- und Landesprojekten zum Thema „Knowledge Based Systems“ beteiligt und Autor des Buches „Wissensmanagement“ Addison Wesley 1998, Herausgeber der Bücher „Artificial Intelligence – Methodology, Systems, Applications“ North Holland (1985) und „Wissensmanagement - Wandel, Wertschöpfung, Wachstum“ (2004). Die neuen Bücher „Metadesign (R)evolution“ und „Das Virtuelle Krankenhaus“(to be published) behandeln seine ACCORD®-Methodologie und ihre Umsetzung mit Oracle Fusion Middleware. Dr. Petkoff implementiert damit 2005 im Auftrag von Oracle das elektronische Rezept und designt 2007 die elektronische Fallakte - Solution Architektur für Sana AG, die z.Zt. im Sinne der MDK-Forderungsmanagement als SOA erweitert wird. Zu dem Zweck wurde die Technologie unabhängige Methodologie „Soraja“® – Gatewav to SOA, die auf BPEL und Web Services basiert.

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