Referent

Dr. Michael John

Dr. Michael John

Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik, FIRST
Abteilung Eingebettete Systeme

Email-Adresse: Michael.john@first.fraunhofer.de
Homepage: www.first.fraunhofer.de


Titel:
Healthgames. Zum Einsatz von Spieleumgebungen in der medizinischen Prävention und Rehabilitation

Abstract:
„Für die effiziente Behandlung chronischer Erkrankungen im Sinne von „Hilfe zur Selbsthilfe“ besteht enormer Handlungsbedarf. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stehen an der Spitze der Ausgaben für Krankheitskosten, gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems.[1] Eine gezielte Intervention zur Lebensstil-Modifikation ist somit eine effektive wie effiziente Präventionsstrategie. Um Risikogruppen langfristig an gesundheitssportliche Aktivitäten zu binden und sie zur Durchführung ergänzender Heimtrainingsprogramme zu bewegen, müssen spezielle Motivationsstrategien für das häusliche Umfeld zum Einsatz kommen. Idealerweise sollten diese in ihrer Konzeption das soziale Umfeld mit einbeziehen.

Als eine Möglichkeit der spielerischen Vermittlung von Bewegung haben in jüngster Zeit sensorbasierte Spieleumgebungen an Aufmerksamkeit gewonnen.[2] Vorreiter ist der Spielkonsole-Hersteller Nintendo, der mit seinem Programm „Wii Fit“ nicht nur für Bewegung vor heimischen Fernsehern sorgt, sondern dessen multimediale Trainingsumgebung auch in Krankenhäusern und Altenheimen zur Rehabilitation eingesetzt wird. Die sogenannten Exergames (von engl. exercizing, dt. üben, trainieren) bieten sowohl Möglichkeiten, alleine mit einem virtuellem Trainer und persönlichem Berater körperliche Trainingsprogramme zu absolvieren wie auch mit mehreren Teilnehmern, die sich in einer virtuellen Gemeinschaft zusammenfinden und gemeinsam trainieren. Darüber hinaus existieren bereits eine Reihe weiterer spielerischer Anwendungen im Gesundheitsbereich. So animiert bspw. der GlucoBoy Kinder auf spielerische Weise kontinuierlich die Glukosewerte zu überprüfen. Ebenfalls gibt es bereits Spiele zur Adipositasprävention und krankheitsbezogenem Selbstmanagement bei Krebserkrankungen.

Im Vortrag wird ein Überblick über derzeit verfügbare Lösungen, sowie die Potentiale und Herausforderungen an die Entwicklung zukünftiger HealthGames gegeben.“

[1] http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Gesundheit/Krankheitskosten/Krankheitskosten.psml

[2] "Wiihabilitation". Wenn Spiel zur Therapie wird, Stern vom 16. Februar 2008, http://www.stern.de/computer-technik/computer/:Wiihabilitation-Wenn-Spiel-Therapie/611349.html


Kurzbiografie:

Michael John ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut Rechnerarchitektur und Softwaretechnik angestellt. Seine Forschungsaktivitäten verbinden Ansätze aus empirischen Methoden für das Knowledge und Prozess Management. Er arbeitete in den Projekten Virtuelles Software Engineering Kompetenzzentrum, Knowledge based requirements engineering, Smart Web – Mobiler breitbandiger Zugang zum Semantischen Web. Derzeit arbeitet er in den Projekten THESEUS – Forschungsprogramm für eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur und SmartSenior - Intelligente Dienste und Dienstleistungen für Senioren. Seine Forschungsschwerpunkte sind dabei:

• Design und Entwicklung von IT-basierten Systemen  für die Gesellschaft im demographischen Wandel
• Empirische Methoden für Design und Evaluation von Mensch-Maschine Schnittstellen
• Wissensmanagement und E-Learning

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